Teilflächenspezifische
Bewirtschaftung Ihrer Schläge

Bei einer teilflächenspezifischen Bewirtschaftung werden einzelne Zonen innerhalb eines Schlages entsprechend seiner spezifischen Standortbedingungen individuell behandelt. Standortunterschiede können auf verschiedene Art bestimmt werden. Dadurch können Betriebsmittel wie Diesel bei der Bodenbearbeitung, Dünger, Pflanzenschutzmittel und Saatgut effizienter eingesetzt werden. Jede Schlagzone wird nach Bodenbeschaffenheit, Nährstoffvorrat und Ertragspotenzial bewirtschaftet.

Die teilflächenspezifische Bewirtschaftung kann bei Maßnahmen wie Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung oder Pflanzenschutz angewandt werden. Versuche in der Schweiz zeigen, dass z.B. durch die teilflächenspezifische Düngung im Winterweizen durchschnittlich 10 Prozent Stickstoff eingespart werden können.

Investitionsaufwand

Eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung setzt die Nutzung von Parallelfahrsystemen inklusive Traktoren und Anbaugeräten (mit ISOBUS-Schnittstelle) voraus. Zusätzlich zu den Parallelfahrsystemen entstehen Kosten für die Messung des Pflanzenzustandes (Stickstoffversorgung, Biomasse etc. sowie die Ausbringmengensteuerung bei Düngerstreuer, Sämaschine oder Pflanzenschutzspritze via ISOBUS. Neben den Technikinvestitionen entstehen Zeit- und Kostenaufwendungen zur Erstellung der Feldzonierung wie z. B. langjährige Ertragskarten, teilflächenspezifische Bodenbeprobung und Anschaffung von entsprechender Planungssoftware.

Die teilflächenspezifische Bewirtschaftung in der Form wie sie in großstrukturierten Anbaugebieten wie z.B. in Ostdeutschland durchgeführt werden kann, ist in weiten Teilen Deutschlands aufgrund der kleineren Schlaggrößen und der Anschaffungskosten bei den Technologien allerdings noch wenig verbreitet.
So müssen teilflächenspezifische Bewirtschaftungsverfahren auf die kleinstrukturierten Anbauverhältnisse angepasst werden und eine Umsetzung gemeinsam mit externen Dienstleistern wie Lohnunternehmern verringert die einzelbetrieblichen Investitionskosten.

Anwendungsgebiete und Vorteile

Bei einer teilflächenspezifischen Düngung wird unterschieden zwischen der Grunddüngung für Kalium, Phosphor und Magnesium sowie den nachfolgenden Stickstoffdüngungen. Aktuelle Studien zeigen, dass z.B. mit der teilflächenspezifischen N-Düngung im Winterweizen rund zehn Prozent Stickstoff eingespart werden können.

Eine teilflächenspezifische Aussaat kann anhand der unterschiedlichen Bodenarten oder anhand der Topografie innerhalb eines Schlages geplant werden und soll eine standortgerechte Versorgung der Pflanzen garantieren.

Im Pflanzenschutz werden Wachstumsregler basierend auf der Biomasse teilflächenspezifisch ausgebracht; Herbizide werden mit Sektor- oder Einzeldüsenschaltung (Section Control) sensorgesteuert variabel ausgebracht.